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Danke, Frau K.

Mein geschätzter Füller, gekauft zu Beginn des Studiums, ruht nun seit einigen Wochen einsam und vernachlässigt in der Schreibtischschublade. Nein, nicht weil ich es mir abgewöhnt habe von Hand zu schreiben, oder gar meine Liebe für Kugelschreiber entdeckt habe, sondern weil er eine „Standartfeder“, auch „Rechtshänderfeder“ genannt, hat. Nun, Standard war ich ja noch nie und so habe ich mich, nach bald drei Jahrzehnten abgebrochener Bleistiftminen (alles unter 0.7mm Minendicke hatte keine Chance), über alles „Du musst den Stift in die gute Hand nehmen“ meiner Kindheit hinweggesetzt und begonnen auf Linkshändigkeit zurückzuschulen.
Vom Gurkenschäler bis zur Bastelschere, fand sich längst alles, nach und nach, in der Linkshändervariante bei mir daheim ein und meine auf der linken Seite des Notebooks stehende Maus mit, für den Standartuser, verdrehten Tasten, brachte schon mehr als einen Kollegen, der „mal eben schnell was nachgucken“ wollte, der Verzweiflung nahe. Blieb aber nach wie vor der Knoten im Hirn, so bald ich zum Stift griff. Ich schreibe gerne, ich schreibe viel, ich schreibe regelmäßig von Hand und doch war da dieser Knoten im Hirn.

Im gerade zu Ende gehenden Sommer habe ich dann die Entscheidung getroffen, diesen Knoten zu lösen. Am Anfang standen die dicken Kinderbuntstifte und das Mandalamalbuch und nach gar nicht mal wirklich vielen Wochen, begann ich wie selbstverständlich die EC-Belege mit Links zu unterschreiben; bisher hat sich noch niemand beschwert, dass die Unterschrift nicht „stimme“. Natürlich sieht man meiner neuen Handschrift an, dass ihr rechter Schummelkollege viele viele tausend Wörter Vorsprung an Übung hatte, aber es wird von Tag zu Tag schneller und flüsiger und es fühlt sich gut an. Verdammt gut.

Doch zurück zu meinem Lamy-Füller im Schreibtischschubladentiefschlaf. Er hat eine sogenannte Rechtshänderfeder und die mache man ja angeblich beim Schreiben mit der „falschen“ Hand kaputt. Vollkommen verunsichert bin ich in den örtlichen Schreibwarenladen und wollte mich beraten lassen. B-e-r-a-t-u-n-g… lassen wir das. Theoretisch gibt es Linkshänderfedern und das sogar von und für Lamy. Gelesen, gedacht, eine Email an Lamy geschrieben, ob man sowas denn online erwerben könne. Das geht leider nicht, aber die Dame an der Kundenbetreuungsstrippe hat mich kurzer Hand zurückgerufen und mir – von Linkspfote zu Linkspfote – erklärt wie ich die für mich richtige Feder finde und worauf ich achten muss, unabhängig davon, was draufsteht. Ich war begeistert. Nachdem ich ihr von der Beratungsmisere im örtlichen Einzelhandel erzählte, veranlasste sie kurzerhand, dass mir eine LinksFeder kostenlos zugeschickt wird, so dass ich in aller Ruhe testen kann, was nun wirklich das Richtige für mich ist. Danke, Frau K.

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