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Archive für 28.1.2012

aufmüpfige Schokoladenmuffins

Unsere neue Wohnung, die hat nicht nur viel Schnee außen rum, sondern auch eine richtige Küche. Mit richtigem Backofen, in dem sogar das Licht geht.

Diesen Backofen mit Licht, den haben wir beschlossen, heute einzuweihen und zwar mit leckeren Schokomuffins.

Da kommt Butter von glücklichen allgäuer Kühen rein…

…und glückliche Eier…

…und glückliches Nutella.

Alles gut verrühren *drrr*

Und da wir den neuen Backofen noch nicht kennen und dem sein Pust anscheinend nicht ausschaltbar ist, haben wir keine Uhr gestellt, sondern die Muffins einfach gut beobachtet beim Backen.

Hmmmm, wie die duften *drrr*

Oh. Den Umgang mit dem neuen Backofen, den müssen wir wirklich noch üben. Da sind doch glatt drei Muffins übermüpfig geworden…

Das Backblech, das hat unsere Menschin dann gleich noch geschrubbt. Das war ja so schön neu und hat geglänzt, bevor die Muffins übergelaufen sind. Danach hatte sie aber anscheinend keine Lust mehr auf Spülen, denn das restliche schmutzige Geschirr, das hat sie einfach in einen Schrank gestopft, den sie Spülmaschine nennt und ist dann - noch vor uns - aus der Küche gedrrrt. Kaum zu glauben.

Du müssen schenken mich.

Mal wieder eine Episode aus der Kategorie „ich wünsche mir die Intellenz meines Frühstücksmüslis, dann tut es nicht mehr so weh“.

Nun gut, dass es bei Ebay längst Usus ist, seine angebotenen Auktionen, trotz Geboten und Richtlinien, frühzeitig zu beenden, wenn jemand hinten rum und ohne Gebühren nur genug bietet, das ist hinlänglich bekannt. Doch die in den letzten Tagen gemachte Erfahrung bestätigt, Ebay-Kleinanzeigen stellt dies alles in den Schatten.

Ihr erinnert Euch, es waren 58 nahezu neuwertige Umzugskartons, welche ich gegen Selbstabholung zu verschenken habe. Mich kosteten die Kartons bares Geld und es wäre jammerschade, diese sehr stabilen und in top Zustand befindlichen Umzugskartons dem Altkarton zuzuführen. Also schaltete ich eine Ebay Kleinanzeige, mit Größen- und Mengenangabe und auch wenn jeder wissen sollte, wie ein Karton aussieht, stellte ich noch ein Foto mit ein, um das Angebot etwas ansprechender zu gestalten. Auch den Zusatz „abzuholen in Immenstadt (abends)“ habe ich in Klartext dazugeschrieben. Eigentlich alles klar, oder? Denkste.

Ja, es war naiv zu glauben, Anfragen in ganzen Sätzen zu bekommen, aber dennoch erlaubte ich mir Betteleien wie „haben Kinder brauchen umziehen Kartons dringend, müssen schenken arme Familie“ unbeantwortet zu löschen, denn wer es nötig hat, Mitleid damit zu erhaschen, erst Kinder in die Welt gesetzt zu haben und dann zu bemerken, „oops, die kosten ja Geld“ - nein Danke; lassen wir das.
Auch Feststellungen wie „ich brauchen telefonnummer, möchte abholen donnerstag vormittag“ landeten unbeantwortet im Papierkorb. Wir erinnern uns, „abzuholen … (abends)“. Genau. Und Telefonnummern habe ich auch keine zu verkaufen (und meine braucht niemand, wenn er in der Lage ist, zwei Emails zu lesen und zu beantworten).
Einzelne Anfragen waren so schnell an jeglicher Grammatik vorbeigelaufen, dass ihren sämtliche Satzzeichen verloren gegangen waren, aber man konnte dennoch entziffern, dass der Interessent fragte, ob er die Kartons „morgen“ abholen könne. Sehr schön, jemand möchte schnell handeln, ich will bald Platz im Keller, dem antworten wir – binnen 10 Minuten – mit einem konkreten Terminvorschlag. Das war Freitagnachmittag (durch beliebigen Wochentag ersetzbar). Samstagabend (ersetzbar durch beliebigen Wochentag plus 1-2) war meine Antwort immer noch nicht bestätigt oder mit einem Gegenvorschlag beantwortet. Ok, die Idee, meine Emails zu checken, wenn ich jemandem eine Anfrage, welche einen kurzfristigen Termin beinhaltet, schicke, ist ja auch total absurd.

Fazit: ich habe die Ebay Kleinanzeige gelöscht, werde in den nächsten Tagen Zettel aus Papier schreiben und im Bioladen meines Vertrauens und beim Feneberg in der Innenstadt fragen, ob ich ihn aushängen darf. Ja, ich bilde mir ein, das dort verkehrende Klientel hat genug Anstand seinen Namen zu nennen und bei Abholung der Kartons dann vielleicht sogar das Wort „Dankeschön“ über die Lippen zu bekommen.

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